Perplexity Pro im Praxistest – Spaces: Persönliche Wissensräume aufbauen und nutzen

Perplexity Pro im Praxistest · Teil 6a von 9

Ein Space in “Perplexity” ist ein dauerhafter Arbeitsbereich mit eigenem Dokumentenspeicher, festen Instruktionen und interner Suche. Im Gegensatz zum temporären Thread bleibt alles erhalten – Dokumente, Konversationen, Konfiguration – und steht jeder neuen Anfrage automatisch als Kontext zur Verfügung.


Transparenz

Text und Bild(er) mit KI-Unterstützung erarbeitet.


Ein Space ist ein dauerhafter, thematisch strukturierter Arbeitsbereich innerhalb von Perplexity. Während ein Thread nach dem Schließen des Browsers verschwindet und keine Erinnerung an frühere Konversationen hat, bleibt ein Space persistent: Dokumente, Instruktionen und alle bisherigen Konversationen bleiben erhalten – und stehen bei jeder neuen Anfrage im selben Space automatisch als Kontext zur Verfügung.

Was ein Space ist – und was ihn vom Thread unterscheidet

Jede normale Suchanfrage in Perplexity läuft in einem temporären Thread: Kontext wird nur innerhalb dieser Unterhaltung gehalten, nichts wird dauerhaft gespeichert. Ein Space funktioniert anders – er ist ein persistenter Arbeitsbereich mit eigenem Speicher, eigenen Dokumenten und eigenen Instruktionen. Wer in einem Space fragt, bekommt Antworten, die alle im Space hinterlegten Inhalte kennen – ohne dass diese bei jeder Anfrage neu hochgeladen oder erklärt werden müssen.

MerkmalThreadSpace
PersistenzSitzungsbezogenDauerhaft gespeichert
DokumentePro Anfrage neu hochladenEinmalig hinterlegen, dauerhaft verfügbar
InstruktionenNicht möglichFeste Systemanweisungen hinterlegbar
Interne SucheNicht möglichNur im Space-Inhalt suchen
KollaborationNicht möglichGeteilter Zugang für mehrere Nutzende (Pro)
ModellwahlPro Anfrage wählbarStandardmodell für den Space festlegbar

Einen Space anlegen – Schritt für Schritt

  1. In der linken Seitenleiste auf „Spaces” klicken → „Neuer Space”
  2. Namen vergeben (z. B. „Renten-Recherche 2026″ oder „Blog-Archiv Gesundheit”)
  3. Standardmodell festlegen – welches Modell soll in diesem Space standardmäßig genutzt werden? (→ Beitrag 3 für Modellempfehlungen)
  4. Instruktionen eingeben (optional, aber empfehlenswert – siehe nächster Abschnitt)
  5. Dokumente hochladen (optional – Schritt kann jederzeit nachgeholt werden)
  6. Space speichern – er erscheint in der linken Seitenleiste und ist ab sofort jederzeit aufrufbar

Eigene Instruktionen: Den Space auf eine Aufgabe trimmen

Das Instruktionsfeld ist das mächtigste Konfigurationselement eines Spaces. Hier wird Perplexity erklärt, wie es in diesem Space arbeiten soll – Sprache, Tonalität, Zielgruppe, Strukturvorgaben, inhaltliche Schwerpunkte. Diese Instruktionen gelten für jede Anfrage innerhalb des Spaces automatisch, ohne erneute Eingabe.

Drei Beispiel-Instruktionen für die Praxis

Beispiel 1 – Blog-Redaktion (Zielgruppe 60+)

„Antworte auf Deutsch. Schreibe in klarer, verständlicher Sprache ohne Fachjargon. Die Zielgruppe sind Leserinnen und Leser ab 60 Jahren. Verwende kurze Sätze, aktive Formulierungen und strukturiere Antworten mit Zwischenüberschriften. Vermeide englische Fachbegriffe – falls unvermeidlich, erkläre sie beim ersten Auftreten.”

Beispiel 2 – Wissenschaftliche Recherche

„Nutze ausschließlich peer-reviewte Quellen. Gib bei jeder Aussage den DOI oder die Datenbankquelle an. Weise explizit auf Studienlimitations und Widersprüche zwischen Quellen hin. Fasse Ergebnisse in einem strukturierten Abstract-Format zusammen: Hintergrund – Methode – Ergebnisse – Einschränkungen.”

Beispiel 3 – Wettbewerbsbeobachtung

„Fokussiere ausschließlich auf die Unternehmen [Name A], [Name B] und [Name C]. Analysiere neue Informationen immer im Vergleich zu diesen drei. Weise auf signifikante Abweichungen vom bisherigen Verhalten hin. Liefere am Ende jeder Antwort eine Einzeiler-Bewertung: Wer profitiert davon am meisten?”

Dokumente im Space hinterlegen

Im Space hochgeladene Dateien stehen allen Konversationen innerhalb dieses Spaces dauerhaft zur Verfügung – ohne erneuten Upload. Unterstützte Formate: PDF, DOCX, XLSX, CSV, TXT, PNG, JPG. Die Limits im Pro-Plan: max. 40 MB pro Datei, bis zu 50 Dokumente pro Space.

Sinnvoller Einsatz: Alle Quelldokumente eines Projekts einmalig hochladen – Berichte, Studien, Interviewtranskripte, eigene Notizen – und danach in jeder Anfrage darauf zugreifen, ohne den Kontext erneut erklären zu müssen. Perplexity indexiert die Inhalte beim Upload und macht sie für die interne Suche verfügbar.

Interne Suche: Nur im Space-Inhalt recherchieren

Über den Fokus-Modus „Dieser Space” (auswählbar über das Globus-Symbol im Eingabefeld) durchsucht Perplexity ausschließlich die im Space hinterlegten Dokumente und bisherigen Konversationen – ohne Webzugriff. Das macht die interne Suche zur persönlichen Wissensdatenbank: Alle Dokumente, die je in diesen Space hochgeladen wurden, werden durchsucht und als Quellengrundlage verwendet.

Typischer Einsatz: „Habe ich in meinen bisherigen Recherchen eine Studie zu X erwähnt?” oder „Welche meiner hochgeladenen Dokumente behandeln das Thema Y?” – Perplexity antwortet mit Zitaten und Dokumentenverweisen aus dem eigenen Archiv.

Spaces teilen und kollaborativ nutzen

Spaces können mit anderen Perplexity-Pro-Nutzenden geteilt werden. Der Einladungslink wird über das Dreipunkt-Menü oben rechts im Space generiert („Space teilen” → „Mitglieder einladen”). Eingeladene Personen sehen alle Dokumente und die bisherigen Konversationsverläufe des Spaces – und können eigene Anfragen innerhalb des geteilten Spaces stellen.

Wichtig: Alle Mitglieder nutzen denselben Dokumentenpool und dieselben Instruktionen. Kollaborative Spaces eignen sich für Redaktionsteams, Forschungsgruppen oder Projektgruppen, die auf einer gemeinsamen Wissensbasis arbeiten wollen – ohne Dokumente per E-Mail hin- und herzuschicken.

Hinweis: Kollaboration & DSGVO

Geteilte Spaces übertragen alle hochgeladenen Dokumente und Konversationen an Perplexity-Server in den USA. Für private Inhalte unkritisch; für betriebliche Nutzung mit personenbezogenen Daten ist eine rechtliche Prüfung nach DSGVO empfehlenswert – analog zu den Konnektor-Hinweisen in Beitrag 5c.

Limits & technische Rahmendaten (Pro-Plan, Stand Mai 2026)

ParameterWert im Pro-Plan
Maximale Anzahl SpacesUnbegrenzt
Dokumente pro SpaceBis zu 50
Maximale Dateigröße40 MB pro Datei
Unterstützte FormatePDF, DOCX, XLSX, CSV, TXT, PNG, JPG u. a.
KollaborationTeilbar mit anderen Pro-Nutzenden
Interne SucheÜber Fokus-Modus „Dieser Space” aktivierbar
InstruktionenFreitext, keine Zeichenbegrenzung dokumentiert

Stand Mai 2026 · Quelle: [46]

Praxisbeispiel: Redaktions-Space für eine Blogserie

Ein konkreter Einrichtungsablauf für eine mehrteilige Blogserie – in diesem Fall eine neunteilige Perplexity-Leitfadenserie:

  1. Space anlegen: Name „Perplexity-Leitfaden 2026″, Modell: Claude Sonnet 4.6
  2. Instruktion eingeben: Zielgruppe, Tonalität, Schreibstil, Serienstruktur (einmalig, gilt für alle Konversationen)
  3. Dokumente hochladen: Alle Quelldokumente, Mitschriften, Recherche-PDFs, Beitragsstruktur
  4. Arbeiten: Jede neue Anfrage im Space kennt automatisch den Gesamtkontext – Stil, Struktur und alle bisherigen Quellen
  5. Interne Suche: „Habe ich in meinen Dokumenten bereits eine Quelle zu Deep Research erwähnt?” → Antwort mit Dokumentenverweis
  6. Teilen: Lektorat oder Co-Autor erhält Einladungslink und arbeitet auf derselben Wissensbasis

Kernaussage

Ein Space ist ein dauerhafter Arbeitsbereich mit eigenem Dokumentenspeicher, festen Instruktionen und interner Suche. Im Gegensatz zum temporären Thread bleibt alles erhalten – Dokumente, Konversationen, Konfiguration. Spaces können geteilt werden und eignen sich besonders für wiederkehrende Projekte, bei denen derselbe Kontext immer wieder gebraucht wird.


Alle Beiträge zur Serie: Perplexity Pro im Praxistest – alle Teile im Überblick →


Quellen & Belege

[46] Perplexity – Spaces: Einrichtung, Dokumentenlimits, Kollaboration & interne Suche (perplexity.ai/help, abgerufen April 2026)

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