UPDATE – KI und Kennzeichnungspflichten – Antwort des WDR

Ich war am 1.4.2026 über einen Artikel in “WDR.de” gestolpert. Er wurde dort von Jörg Schieb, der sicher Vielen bekannt ist, als Video und Artikel veröffentlicht .

Psychotherapieplätze sind umkämpft: Kann KI helfen? – Nachrichten – WDR

Mein Eindruck war: Der Artikel wurde sehr weitgehend, wenn nicht insgesamt, mit KI recherchiert oder zumindest formuliert. Unsere hier veröffentlichten eigenen Beiträge haben oft genau diesen Sprachstil. Ich habe das zum Anlass genommen, beim WDR direkt nachzufragen.

Der WDR hat geantwortet:

Vielen Dank für Ihre Nachricht und Ihr Interesse an unserer Arbeit.
Gerne möchten wir betonen, dass hinter unserer Berichterstattung Menschen stehen. Unsere redaktionellen Inhalte werden von Journalistinnen und Journalisten verantwortet, die Themen recherchieren, einordnen und prüfen.
Künstliche Intelligenz kann in einzelnen Bereichen unterstützend eingesetzt werden. Dabei gelten jedoch klare interne Leitlinien: Die redaktionelle Verantwortung bleibt stets beim Menschen, Inhalte werden sorgfältig geprüft und eingeordnet.
Weitere Informationen zu unserem Umgang mit KI finden Sie hier:
Wie wir im WDR mit Künstlicher Intelligenz umgehen – KI – WDR 

pers. Mail vom 7.4.2026 von
Ihr Team im WDR-Newsroom
Programmbereich Aktuelles
WDR Newsroom

Ich habe reingelesen. Meine Störgefühle:

  • Der Artikel ist von 11/2024, was bei dem Tempo der KI-Entwicklung “uralt” wirkt. Das ist nur eine Feststellung und muss nicht unbedingt den Inhalt der WDR-Leitlinien in Frage stellen.
  • Der WDR schreibt, dass er 11/2024 der content authenticity initiative beigetreten ist. Aktuell (11/4/2026) kann ich auf der Website der Initiative nicht erkennen, dass der WDR dort noch passives oder aktives Mitglied ist. Auch das muss nicht gegen den Willen des WDR sprechen, DeepFakes zu erkennen, sondern kann ganz andere Gründe haben.
  • Beim “Weiterscrollen” bin ich noch auf einen Artikel gestoßen, in dem beschrieben wird, dass der WDR sich an der Entwicklung von TEUKEN – einer europäischen Alternative zu ChatGPT – beteiligt hat. Zu TEUKEN, das über die Academic Cloud erreichbar ist, folgt ein gesonderter Beitrag. Gebt mir gerne dazu Hinweise.

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