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Zeitraum: 26.02.2026 – 06.03.2026 Erstellt am: 06.03.2026 Quellen: FAZ.NET (DE) · SPIEGEL ONLINE (DE) · ZEIT ONLINE (DE) · Süddeutsche Zeitung (DE) · tagesschau.de (DE) · netzpolitik.org (DE) · Deutschlandfunk (DE) · Bitkom (DE) · WIRED (EN) · South China Morning Post (EN) · Podigee/Podcast (DE)
Transparenz
Text und Bild(er) mit KI-Unterstützung erarbeitet.
KI & Demokratie: Autokratie, Militär, Macht
mit KI-Unterstützung erstellt
„Aus gegebenen Anlass“ wurde in dieser Woche intensiv über die mögliche Verschmelzung von KI-Unternehmen und Militärapparaten diskutiert, das alles vor dem Hintergrund des gerade begonnenen Iran-Krieges.
OpenAI schloss eine Vereinbarung mit dem US-Verteidigungsministerium, die den Einsatz von OpenAI für militärische Zwecke erlaubt, aber mit klaren Einschränkungen bezogen auf Massenüberwachung und den Einsatz autarker Waffen.
In der eigenen Pressemitteilung von OpenAI vom 02.03.2026 wird die Vereinbarung wie folgt veröffentlicht:
“The Department of War may use the AI System for all lawful purposes, consistent with applicable law, operational requirements, and well-established safety and oversight protocols. The AI System will not be used to independently direct autonomous weapons in any case where law, regulation, or Department policy requires human control, nor will it be used to assume other high-stakes decisions that require approval by a human decisionmaker under the same authorities. Per DoD Directive 3000.09 (dtd 25 January 2023), any use of AI in autonomous and semi-autonomous systems must undergo rigorous verification, validation, and testing to ensure they perform as intended in realistic environments before deployment.
For intelligence activities, any handling of private information will comply with the Fourth Amendment, the National Security Act of 1947 and the Foreign Intelligence and Surveillance Act of 1978, Executive Order 12333, and applicable DoD directives requiring a defined foreign intelligence purpose. The AI System shall not be used for unconstrained monitoring of U.S. persons’ private information as consistent with these authorities. The system shall also not be used for domestic law-enforcement activities except as permitted by the Posse Comitatus Act and other applicable law.“ Pressemitteilung Open AI vom 2.3.2026, abgerufen am 7.3.2026, 11:23 Uhr
Quasi zeitgleich wurde Anthropic vom US-Verteidigungsministerium als „Risiko für die Lieferkette” eingestuft.
Die Entwicklungen sind dynamisch. Hier ein Link zu einer am 5.3.2026 von Dario Amodei (Anthropic) veröffentlichten Stellungnahme, abgerufen am 7.3.206, 11:41 Uhr. Ein Zitat hieraus:
“Our most important priority right now is making sure that our warfighters and national security experts are not deprived of important tools in the middle of major combat operations. Anthropic will provide our models to the Department of War and national security community, at nominal cost and with continuing support from our engineers, for as long as is necessary to make that transition, and for as long as we are permitted to do so.
Anthropic has much more in common with the Department of War than we have differences. We both are committed to advancing US national security and defending the American people, and agree on the urgency of applying AI across the government. All our future decisions will flow from that shared premise.“
Es gibt umfangreiche Berichterstattung zu dem Thema, Meinungsartikel etc. Eine Auswahl findet sich unten.
WIRED berichtete am 28.2.2026, dass Anthropic öffentlich zurückschlug. Dies wird ggf. durch die Stellungnahme von Dario Amedei vom 5.3.2026 relativiert. Die ZEIT sieht, Stand 3.3.2026, den Beginn eines grundlegenden Machtkampfes: Wer darf KI für welche Zwecke entwickeln und unter welchen ethischen Bedingungen?
René Pfister analysiert in einem SPIEGEL-Leitartikel, dass KI zunehmend als Werkzeug autoritärer Herrschaft eingesetzt wird und dass Europa sich dagegen wehren könne. Die FAZ hat zu operativen Fragen des Einsatzes von KI im militärischen Bereich berichtet mit der Schlussfolgerung, dass sich die Technologien von Kriegsführung deutlich ändern.
Die Diskussionen berühren das Kernthema digitaler Souveränität und werfen einen Fokus auf die Frage, ob KI-Unternehmen (noch) zivilgesellschaftlichen Werten folgen, welche Regulierungen notwendig sind und wirksam auf nationaler und internationaler Ebene durchgesetzt werden können und wo letztendlich Verantwortung anfängt und aufhört.
Artikel
- KI als Werkzeug für Autokraten – Europas Rolle im Widerstand — SPIEGEL ONLINE, 05.03.2026
- Künstliche Intelligenz im Krieg: Wenn die KI das militärische Ziel markiert — FAZ.NET, 04.03.2026
- Streit um Anthropic: Das ist nur der Anfang des KI-Krieges — ZEIT ONLINE, 03.03.2026
- OpenAI einigt sich mit US-Verteidigungsministerium über KI-Nutzung — ZEIT ONLINE, 28.02.2026
- Anthropic Hits Back After US Military Labels It a ‘Supply Chain Risk’ (Übersetzung aus dem Englischen) — WIRED, 28.02.2026
KI-Regulierung & Überwachung und Souveränität
mit KI-Unterstützung erstellt
Auf europäischer Ebene werden ethische Leitplanken gefordert und sukzessive in Regularieren umgesetzt, andererseits wird auch der Nutzen von KI zum Beispiel bei der Bekämpfung von Kriminalität und Terror gesehen.
Die Süddeutsche Zeitung berichtet vom SZ-Digitalgipfel, auf dem die frühere Ethikratschefin Alena Buyx erklärt hat, was sie der KI überantworten will und was nicht. Philosoph Julian Nida-Rümelin warnte vor den Gefahren des Technolibertarismus in den USA.
netzpolitik.org berichtet aus der dortigen Perspektive über zwei gegenläufige Entwicklungen.
- Auf EU-Ebene wird an der Ausweitung und Vernetzung von Sicherheitsdatenbanken mit Biometrieerkennung gearbeitet. Behörden erfahren darüber zunächst lediglich, ob ein Datensatz existiert. Weitere Informationen wären dann über die europäische Rechtshilfe anzufordern.
- Eine neue EU-Antiterrorstrategie, die von der EU-Kommission vorgestellt wurde, sieht den expliziten Einsatz von KI vor, der auf verschiedenen Ebenen (Gesetzgebung, Verordnung, operative Tools, Partnerschaften mit der Industrie) umgesetzt werden soll. Netzpolitik bewertet mehrere Aspekte in dem Kontext kritisch – Gefahr von Overblocking durch Uploadfilter – Eingriffe in digitale Grundrechte, insbesondere bei verschlüsselter Kommunikation – Ausweitung staatlicher Überwachung in Alltagsplattformen wie Gaming – Fehlalarme durch KI‑Vorhersagen möglich
Die ZEIT berichtet über die Eröffnung des Google-KI-Zentrums in Berlin auf der Museumsinsel. Dort sollen Google DeepMind, Google Research und Google Cloud gebündelt werden. Google berichtet dort auch über den Abschluss einer Kooperationvereinbarung mit der Technischen Universität München und der wissenschaftlichen Einrichtung Helmholtz Munich zur Entwicklung von KI-Anwendungen in der medizinischen Forschung. Kritisch diskutiert und von Digitalminister Wildberger verteidigt, wurde die entstehende Abhängigkeit von Tech-Konzernen wie Google.
Die Überblick zeigt, dass die Diskussionen im Spannungsfeld zwischen Sicherheit und Grundrechten, Pragmatismus und Regelwerken intensiv geführt werden.
Artikel
- Wildberger verteidigt Google-KI-Zentrum gegen Souveränitätsbedenken — ZEIT ONLINE, 05.03.2026
- Wo die Grenzen der KI liegen sollten — Süddeutsche Zeitung, 04.03.2026
- EU erweitert ihre Datenbanken mit Gesichtserkennung — netzpolitik.org, 04.03.2026
- EU setzt auf Künstliche Intelligenz gegen Terror — netzpolitik.org, 04.03.2026
KI & Arbeit: Ersetzen, Ermächtigen, Nachdenken
mit KI-Unterstützung erstellt
Drei Artikel, drei Blickwinkel auf dieselbe Grundfrage: Was macht KI mit menschlicher Arbeit und mit dem Selbstverständnis von Menschen, die arbeiten oder gearbeitet haben?
Die ZEIT veröffentlicht einen Gastbeitrag von Prof. Dr. Enzo Weber, der den Forschungsbereich “Prognosen und gesamtwirtschaftliche Analysen” am IAB (Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung) leitet und Inhaber des Lehrstuhls für Empirische Wirtschaftsforschung an der Universität Regensburg und IZA Research Fellow ist. Nach seiner Auffassung ist KI kein Jobkiller, vielmehr werde natürliche Intelligenz mehr denn je gebraucht.
In die gleiche Richtung weist ein im SPIEGEL veröffentlichtes Essay von Marie Kermer: „KI übernimmt Aufgaben, für die junge Menschen jahrelang studiert haben. … Doch einige Fähigkeiten lassen sich nicht so leicht ersetzen.“
Veränderung wird es gleichwohl geben. Die FAZ präsentiert ein Beispiel, bei dem ein US-amerikanischer Finanzdienstleister mit der Begründung „KI“ 4000 Mitarbeiter entlässt.
Artikel
- Arbeitslosigkeit bei jungen Menschen: Die KI ist kein Jobkiller! — ZEIT ONLINE, 06.03.2026
- KI soll Mitarbeiter ersetzen: Die Dorsey-Gleichung — FAZ.NET, 04.03.2026
- Was kann ich eigentlich noch besser als KI? — SPIEGEL ONLINE, 01.03.2026
KI & Bildung: Denken, Lernen, Verstehen
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Zwei Artikel, die auf unterschiedlichen Ebenen dieselbe Grundfrage stellen: Was passiert mit Denken und Urteilsvermögen, wenn KI routinemäßig eingesetzt wird?
Die FAZ-Studierendenkolumne ist ein persönliches Zeugnis: Eine Studierende fragt sich, ob das bequeme Delegieren von Recherche und Formulierung an KI langfristig die eigene Denkfähigkeit schwächt. Es ist kein Technikskeptizismus, sondern eine ernsthafte Reflexion über Lernprozesse und intellektuelle Eigenverantwortung.
Der SPIEGEL-Artikel über Anthropics Ansatz ergänzt die institutionelle Seite: Anthropic stützt sich dabei auf die Expertise der Philosophin Amanda Askell, die dafür sorgen soll, dass sich KI-Modelle an Regeln hält, wobei der Mensch dazu kein gutes Beispiel sei.
Artikel
- Kolumne „Uni Live”: Verlerne ich, selbst zu denken? — FAZ.NET, 06.03.2026
- Wie die KI bei Anthropic einen guten Charakter bekommen soll — SPIEGEL ONLINE, 02.03.2026
KI & Gesundheit und Umwelt
mit KI-Unterstützung erstellt
KI als Präzisionsinstrument in Wissenschaft und Gesundheit – zwei Anwendungsfelder, in denen die Technologie konkrete und messbare Fortschritte liefert. Im FAZ-Podcast Künstliche Intelligenz berichtet Philipp Berens, Professor für Data Science an der Universität Tübingen und Direktor des Hertie Institute for AI in Brain Health über die Potenziale von KI für Diagnosen und den klinischen Alltag: KI-Systeme können heute aus Laborwerten, Bildgebung und Patientendaten Krankheitsverläufe vorhersagen – früher, präziser und manchmal zuverlässiger als einzelne Fachärztinnen und -ärzte. Das wirft Fragen nach Vertrauen, Verantwortung und der Rolle des ärztlichen Gesprächs auf.
Die tagesschau berichtet über den Deutschen Wetterdienst, der KI in seine Vorhersagemodelle integriert – mit dem Ziel, Extremwetterereignisse früher und genauer zu erkennen. Ein Beispiel für KI als öffentliche Infrastruktur, die unmittelbar allen zugute kommt.
Artikel
- Wenn die KI Krankheiten erkennen und ihren Verlauf vorhersagen kann — Podcast „Künstliche Intelligenz”, 04.03.2026
- Künstliche Intelligenz soll Wettervorhersagen genauer machen — tagesschau.de, 02.03.2026
KI und Datenschutz: Körper, Daten, Würde
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netzpolitik.org deckt auf, dass intime Videoaufnahmen über Metas smarte Kamera-Brillen zur Auswertung an Moderationsteams in Nairobi weitergeleitet wurden. Die Aufnahmen stammen aus Badezimmern, von Sexualverkehr, von Online-Banking.
Der Vorfall ist kein technisches Versehen, sondern Symptom eines systemischen Problems: Smarte Wearables sammeln pausenlos Daten aus intimsten Lebensbereichen. Deren Verarbeitung findet weit entfernt, unter unklaren Arbeitsbedingungen und außerhalb europäischer Datenschutzstandards statt.
Auch die ZEIT berichtet hierüber.
- Intime Aufnahmen aus Metas Kamera-Brille landen in Nairobi – netzpolitik.org, 04.03.2026
- Darüber sollten Sie nachdenken: Was Ihre neue KI-Brille filmt – und wer es sehen könnte — ZEIT ONLINE, 05.03.2026
Big Tech: Markt, Macht, Modelle
mit KI-Unterstützung erstellt
Der KI-Markt zeigt diese Woche mehrere bemerkenswerte Entwicklungen gleichzeitig. OpenAI sichert sich eine neue Finanzierungsrunde über 110 Milliarden Dollar von Amazon, Nvidia und SoftBank – eine Summe, die selbst im KI-Maßstab außergewöhnlich ist.
Gleichzeitig berichtet die ZEIT über eine spürbare Nutzerbewegung: Menschen wenden sich von ChatGPT ab und wechseln zu Anthropics Claude oder Metas Angeboten – aus Gründen, die von Vertrauensverlust bis zu konkreten Nutzungserfahrungen reichen.
Die tagesschau stellt eine grundsätzlichere Frage: Erodiert KI die Geschäftsmodelle der etablierten Softwarebranche – wie zum Beispiel Salesforce / SAP -, wenn KI-Agenten klassische Anwendungen zunehmend ersetzen? Auf der anderen Seite werden von Banken erste Produktivitätssteigerungen durch Investition in KI berichtet.
Die FAZ testet OpenClaw – ein KI-Agentensystem, das eigenständig Aufgaben ausführt und dabei Entscheidungen trifft, die eigentlich beim Nutzenden liegen sollten. In der Unterhaltungsbranche zeigt Netflix’ Übernahme einer KI-Firma von Ben Affleck, wie tief KI in die Kreativwirtschaft vordringt.
Ein Meinungsbeitrag des South China Morning Post fragt schließlich, ob der wachsende KI-Backlash berechtigt ist – oder selbst ein Medienphänomen.
Artikel
- Nutzer boykottieren ChatGPT – und bejubeln Claude — ZEIT ONLINE, 05.03.2026
- Gadget: OpenClaw im Selbstversuch: Die KI ermächtigt sich — FAZ.NET, 04.03.2026
- Bedroht KI die Geschäftsmodelle von Tech-Unternehmen? — tagesschau.de, 02.03.2026
- Banken ernten die Früchte ihrer KI-Investitionen — FAZ.NET, 02.03.2026
- Künstliche Intelligenz: OpenAI sammelt 110 Milliarden Dollar ein — FAZ.NET, 27.02.2026
- Netflix kauft KI-Firma von Ben Affleck — SPIEGEL ONLINE, 06.03.2026
- AI backlash is growing, but how much is just hype? (Übersetzung aus dem Englischen) — South China Morning Post, 27.02.2026
KI & Kultur / Gesellschaft
mit KI-Unterstützung erstellt
Zwei Artikel, die die gesellschaftliche und kulturelle Dimension von KI beleuchten. Bitkom legt aktuelle Zahlen vor: Frauen sind in IT- und Digitalberufen – und damit auch in der KI-Entwicklung – nach wie vor massiv unterrepräsentiert. Stereotype, strukturelle Hürden und fehlende Vorbilder sorgen dafür, dass eine der prägendsten Technologien der Gegenwart überwiegend von einer homogenen Gruppe gestaltet wird. Das hat unmittelbare Folgen: Wessen Perspektiven in KI-Systeme einfließen, prägt deren Ergebnisse.
Der Deutschlandfunk analysiert im Podcast „KI verstehen“ ein anderes Kulturfeld: KI-generierte Musik drängt in die Charts, verschwimmt mit menschlich produzierter Kunst und stellt Rechtssystem, Verwertungsgesellschaften und Hörerinnen und Hörer vor neue Fragen. Was ist Urheberschaft? Was ist Kreativität? Und wem gehört ein Song, den eine KI komponiert hat?
Artikel
- Gläserne Decke, Stereotype & Karrierehürden: Frauen fehlen in IT- und Digitalberufen — Bitkom, 03.03.2026
- Künstliche Intelligenz und Pop – Wie KI-generierte Songs die Musikbranche verändern — Deutschlandfunk, 26.02.2026
Presseschau erstellt am 06.03.2026 · Blog „Digitale Souveränität 60+” · Alle verlinkten Artikel wurden zum Zeitpunkt der Erstellung geprüft · KI-unterstützt erstellt, redaktionell verantwortet
