Presseschau 26.02.2026

______________________________________________________________________________

Presseschau KI – 25./26. Februar 2026

Die Dynamik der KI mitgehen – Überblick behalten Die Presseschau bündelt, immer wenn es die Zeit zu lässt, die relevantesten Meldungen, Analysen und Debatten rund um Künstliche Intelligenz – sorgfältig ausgewählt, eingeordnet und auf das Wesentliche verdichtet. Die Grundlage bildet ein breites Quellen-Spektrum: deutschsprachige Qualitätszeitungen und öffentlich-rechtliche Medien, internationale Technologiemagazine und Wissenschaftsjournale, politische Fachmedien sowie…


Transparenz

Text und Bild(er) mit KI-Unterstützung erarbeitet.



KI verstehen – BigTech – Unternehmens- und Produktnews

mit KI-Unterstützung erstellt

Die großen KI-Unternehmen – Anthropic, OpenAI, Google, Meta – befinden sich in einem intensiven Wettbewerb, der zunehmend durch massive Kapitalinvestitionen geprägt ist. Die FAZ beschreibt, wie die Konkurrenz zwischen diesen Akteuren die gesamte Branche vor sich hertreibt: Jedes neue Modell erzwingt eine Reaktion der Wettbewerber, was zu einem Innovationssog führt, der die Entwicklung enorm beschleunigt. Gleichzeitig warnen Finanzanalysten vor einer Überhitzung: Die Börsenbewertungen von KI-Unternehmen spiegeln Erwartungen wider, die auf absehbare Zeit kaum durch reale Gewinne gedeckt sind. Die FAZ stellt die Frage, ob die aktuellen Milliarden-Investitionen von Google und Meta wirtschaftlich rational sind oder eher dem Prinzip „Wer aussteigt, verliert” folgen. Interessant ist der Vergleich mit großen Infrastrukturvorhaben der Vergangenheit (Schienennetze) und Gegenwart (Glasfasernetze).

Ein weiterer Strukturwandel zeichnet sich ab: Die FAZ diagnostiziert das „Ende der Burggräben”. In dem Artikel geht es darum, dass Coding by KI die Nachfrage nach bisherigen Produkten der Software-Branche (zum Beispiel Cobol von IBM) deutlich reduziert und auch erste KI-Geschäftsideen (wie zum Beispiel Perplexity) an Bedeutung verlieren. Die Frage ist, wie die „tradierten” Unternehmen einen Burgwall errichten können, um nicht der Dynamik der KI „zum Opfer” zu fallen.

Spannend ist der Deutschlandfunk-Podcast „KI verstehen”. In der aktuellen Folge geht es um KI-Agenten – Programme, die eigenständig Aufgaben ausführen. Die Moderatorinnen diskutieren, welche Relevanz diese nächste große Innovationswelle hat, und diskutieren durchaus kontrovers über Risiken und Nebenwirkungen.

Artikel


KI praktisch – Deepfake, Kennzeichnung, Ethik

mit KI-Unterstützung erstellt

KI in der Medienproduktion ist angekommen – mit allen Konsequenzen.

Mehrere Artikel befassen sich mit dem ZDF-Vorfall vom Februar 2026: Der öffentlich-rechtliche Sender hatte in einem Beitrag über einen ICE-Einsatz KI-generierte Bilder verwendet, ohne diese zu kennzeichnen. Nach öffentlichem Druck wurden die Bilder entfernt und eine Entschuldigung ausgesprochen.

Staatsminister Wolfram Weimer nannte den Vorgang „unangenehm” und mahnte klare Kennzeichnungspflichten an. Der Fall zeigt exemplarisch, dass selbst etablierte Medien mit dem verantwortungsvollen Umgang von KI-generierten Inhalten überfordert sind.

Eine andere Facette von Deepfake-Missbrauch macht Eckart von Hirschhausen zum Thema. Fake-Videos von ihm (und anderen Prominenten), die das Vertrauen der Menschen in diese Persönlichkeiten für eigene Zwecke missbrauchen.

Die FAZ berichtet, dass Wikipedia diskutiert (und darüber abstimmen lässt), KI-generierte Inhalte grundsätzlich von der Plattform auszuschließen – ein bemerkenswerter Schritt, der zeigt, wie auch zivilgesellschaftliche Institutionen beginnen, aktiv Grenzen zu setzen, aber durchaus auch die Gefahr sehen, „abgehängt” zu werden.

Google DeepMind geht einer anderen Frage nach: wie man die „moralische Kompetenz von LLM” bewerten kann.

Artikel


KI & Sektoren – Gesundheit und Medizin

mit KI-Unterstützung erstellt

KI verändert die Medizin auf mehreren Ebenen gleichzeitig – von der Diagnose über die Medikamentenentwicklung bis hin zur Gesundheitspolitik.

Zwei Studien in Scientific Reports belegen das diagnostische Potenzial: KI-Systeme erreichen bei der Erkennung von Mundpathologien und Schilddrüsenkrebs mittels Spektralbildgebung bereits Genauigkeiten, die mit erfahrenen Fachärztinnen und -ärzten vergleichbar sind. Die ZEIT berichtet auf Basis einer schwedischen Studie, dass KI-gestützte Mamographie-Auswertung Brustkrebsfälle früher und zuverlässiger erkennen kann als bisherige Verfahren – und bereits Einzug in die Praxis gehalten hat.

Der Deutschlandfunk geht in seinem Podcast „KI verstehen” auf die Potenziale von KI bei der Entwicklung neuer Medikamente ein. Mithilfe von KI können Designer-Wirkstoffe entwickelt werden, die zum Beispiel gezielt auf antibiotikaresistente Keime wirken – ein bedeutsamer Fortschritt angesichts einer globalen Gesundheitsgefahr.

Gleichzeitig zeigt ein ZEIT-Artikel, dass die wachsende KI-Nutzung im Gesundheitsbereich gut flankiert sein muss: Ein Patient nutzte ChatGPT als medizinischen Ratgeber in einer existenziell bedrohlichen Situation – mit glücklichem Ausgang. Aber: Der Einzelfall muss nicht die Regel sein. Eine kritische Sicht auf die Ergebnisse, die einem die KI liefert, ist mehr als notwendig.

Auf Systemebene plant das Bundesgesundheitsministerium unter Minister Warken eine weitreichende Vernetzung von Gesundheitsdaten aller Versicherten („Gesetz für digitale Versorgung und den Gesundheitsdatenraum”). Netzpolitik.org stellt wesentliche geplante Eckpunkte der Strategie vor und formuliert in einem weiteren Artikel kritische Fragen zur Datensicherheit und demokratischen Kontrolle.

Artikel


KI & Sektoren – Bildung

mit KI-Unterstützung erstellt

KI-Kompetenz wird zum Bildungsthema auf allen Ebenen.

Die FAZ berichtet über einige (private) Hochschulen, die ihre Curricula grundlegend anpassen: „Future Skills” werden fest im Studium verankert, als Reaktion auf die veränderten Anforderungen des Arbeitsmarkts.

In Österreich geht die Diskussion noch weiter: Der SPIEGEL berichtet, dass das österreichische Bildungsministerium erwägt, KI-Kompetenzen im Lehrplan auszubauen und dafür traditionelle Fächer wie Latein zu reduzieren – ein Schritt, der bildungspolitisch kontrovers diskutiert wird.

Artikel


KI & Studium

mit KI-Unterstützung erstellt

t3n berichtet über eine Produktvorstellung von OpenAI. Prism soll bei wissenschaftlichen Arbeiten helfen, u.a. indem es übergreifend PDFs liest, mit Literaturdatenbanken und ChatGPT zusammenarbeitet.

Artikel


KI & Gesellschaft – Sicherheit, Demokratie, Überwachung

mit KI-Unterstützung erstellt

KI kann die Machtbalance zwischen Staaten, Unternehmen und Bürgerinnen und Bürgern auf fundamentale Weise verändern.

Das „China Media Project” beschreibt Aktivitäten, u.a. Patentanmeldungen in China, die das Überwachungssystem durch KI deutlich effizienter machen können: Erkennen von (und frühe Meldungen zu) Menschenansammlungen sowie die Nutzung anderer BigData zur prädiktiven Polizeiarbeit.

Die Tagesschau berichtet über die Warnung von Forschenden vor sogenannten „KI-Schwärmen” – wenn ganze Gruppen künstlicher Persönlichkeiten, die wie echte Nutzerinnen und Nutzer wirken, Falschinformationen verbreiten und nicht mehr so leicht zu erkennen sind wie die klassischen Bot-Netzwerke. Die Forschenden sehen es als ihre Mission an, auf diese Gefahren hinzuweisen, und regen die Einrichtung einer unabhängigen Beobachtungsstelle an.

Michael Hanfeld von der FAZ kommentiert die Rolle der Bundesnetzagentur als Aufsichtsbehörde von KI. Er teilt nicht die Meinung der Bundesregierung, dass die KI-Kontrolle damit „staatsfern” organisiert sei.

Artikel


KI & Gesellschaft – Haltung

mit KI-Unterstützung erstellt

Wie nehmen Menschen KI wahr – und wie sollten sie es tun? Wie werden grundlegende gesellschaftliche und philosophische Fragen in ausgewählten Medien beleuchtet.

Die FAZ widmet sich dem gesellschaftlichen Trend, dass viele Menschen KI mit einer Art blindem Glauben begegnen. Ein kritischer Kommentar, ohne abschließende Erklärung.

In einem weiteren Artikel beschäftigt sich die FAZ mit der Frage „Wie kam das Ich ins Gehirn”. Sie erklärt die vier Stufen des Bewusstseins und leitet vor dem Hintergrund die Frage her, ob oder wann KI ein eigenes Bewusstsein entwickelt. WIRED stellt das Buch von Michael Pollan vor – A World Appears. Er argumentiert, dass künstliche Intelligenz viele Dinge tun kann – sie kann nur kein Mensch sein.

Der SPIEGEL berichtet über eine Studie psychologischer Forschung, die zeigt: Menschen können sich KI-Systemen emotional so nah fühlen wie anderen Menschen – ein Befund, der sowohl das Potenzial von KI als Begleiter als auch Risiken sozialer Abhängigkeit aufzeigt.

Parallel dazu liefert Bitkom aktuelle Zahlen: Bereits ein Drittel aller Smartphone-Nutzenden in Deutschland setzt täglich KI-Funktionen ein. KI ist also für viele längst kein Zukunftsthema mehr, sondern gelebter Alltag.

Artikel


KI & Gesellschaft – Geopolitik

mit KI-Unterstützung erstellt

Die globale KI-Entwicklung ist keine rein technologische, sondern eine zutiefst geopolitische Angelegenheit, weshalb ein Blick auf die weltweiten Entwicklungen geboten scheint.

Indien ist auf dem Weg zum weltweit bedeutendsten KI-Testlabor: Die FAZ und die Süddeutsche berichten, wie Indien durch schiere Nutzerzahlen, junge Entwicklergemeinschaften und niedrige Regulierungsstandards attraktiv ist, um große LLM und weiteres zu testen. 100 Mrd. Dollar schwere Investitionen in den Aufbau von Serverinfrastrukturen zeigen, welchen Stellenwert die KI-Entwicklung für Indien hat. Mit dem AI-Pakt wollen Deutschland und Indien ihre KI-Kooperation vertiefen – zum einen um „weniger allein” (so die Süddeutsche) der Übermacht aus China und USA gegenüberzustehen, sondern auch als Win-win: Fachkräfte und ein kreativerer Innovationsgeist für Deutschland, Fachwissen und (von USA und China unabhängige) Investitionen für Indien.

Die MIT Technology Review analysiert die nächste Phase chinesischer Open-Source-KI: China positioniert sich – offenbar erfolgreich – als Alternative zu US-Systemen. Ein interessanter Artikel, wenn auch hinter der Bezahlschranke.

ZEIT ONLINE berichtet über LatamGPT – ein Sprachmodell, das explizit für Lateinamerika und den Globalen Süden entwickelt wird und zeigt, dass KI-Entwicklung nicht mehr ausschließlich ein Privileg des Nordens ist.

Die Süddeutsche Zeitung berichtet über den Besuch von Microsoft-Chef Satya Nadella in München und die zentrale Frage: Können europäische Unternehmen und Behörden Microsoft-KI-Dienste nutzen, ohne politische und wirtschaftliche Abhängigkeit von einem US-Konzern zu erzeugen?

Auf der Münchner Sicherheitskonferenz sorgte das Urteil des Tech-Unternehmers Dmitri Alperovitch für Aufsehen: Europa habe im KI-Rennen schlicht „nichts zu bieten” – aber in anderen Bereichen, und darauf solle man sich konzentrieren.

Artikel


KI & Gesellschaft – Arbeitswelt

mit KI-Unterstützung erstellt

Das Versprechen, KI reduziere Arbeitsbelastung, wird durch aktuelle Studien erheblich relativiert. Die Tagesschau berichtet über Forschungsergebnisse, die zeigen: Viele Beschäftigte – insbesondere in wissensintensiven Berufen – empfinden durch den KI-Einsatz nicht weniger, sondern mehr Arbeit, weil Erwartungen steigen, Ergebnisse kontrolliert und nachbearbeitet werden müssen.

Auch die FAZ beleuchtet das Phänomen des „KI-Burnouts”: Programmierer beschreiben die Veränderung ihrer Arbeit – vom schöpferischen Arbeiten (Ingenieur) hin zu prüfenden Aufgaben (Gutachten) mit der Folge, dass letztendlich in der gleichen Zeit mehr geschaffen wird, aber eben auch Burn-out folgen kann.

In einem weiteren Artikel hat die FAZ ausführlich darüber recherchiert, ob KI „den Menschen die Arbeit raube”. Eine Feststellung ist, dass KI Arbeitsplätze verändere, vom Akademiker bis hin zur Fachkraft. Exponiert angesprochen wird eine Studie von Erik Brynjolfsson et al. von der Stanford-Universität: In bestimmten Bereichen sind eher die jungen Mitarbeitenden von KI betroffen als die älteren Berufserfahrenen – ob dieses Ergebnis aus den USA auch für Deutschland gilt, sei umstritten.

Die MIT Technology Review diskutiert kritisch die Überbewertung humanoider Roboter. Sie agieren nicht „einfach so”, sondern sind oft tausendfach trainiert worden oder – am Beispiel von Operationsrobotern – sehr wohl von Menschen gesteuert, wenn auch aus der Ferne. Die MIT wirft einen kritischen Blick darauf, dass solchen Robotern zu viel Eigenständigkeit zugeschrieben wird und möglicherweise ein Potemkin-Effekt eintritt, wenn die öffentliche Wahrnehmung von KI-Fähigkeiten systematisch verzerrt wird.

Artikel